Innerhalb des Rollenspiels kursiert diese Formulierung des Rezeptes:
*Carima Chocolat
**I. Nimm von den Gaben der Erde und des Waldes:
* **250 Teile** der süßen Rübe, fein geraffelt
* **120 Teile** der Klettenwurzel, geschält und gerieben
* **100 Teile** gekeimte Gerste, erweckt und voller wandelnder Kraft
* **80 Teile** der Haselnuss, Trägerin des Öls und der Milde
* **50 Teile** Bucheckern, klein doch edel im Feuer geprüft
* **100 Teile** geklärtes Fett der Kuh
* **2 Löffel** goldenen Honigs, wohlverwahrt bis zum Schluss
**1. Die erste Gärung – *Putrefactio Luminis***
Vereine Rübe, Klette und die gekeimte Gerste zu einem einzigen Leib. Schließe sie ein in ein Gefäß aus gebranntem Ton.
Lass sie ruhen für **die Spanne von anderthalb bis zweien Tagen**
(oder: *eine volle Nacht und den folgenden Tag*), bis ein Duft aufsteigt, der an frischen Teig gemahnt und an verborgene Süße.
*(Merke: Wird der Geruch scharf oder sauer, so ist das Werk verdorben.)*
**2. Die Trocknung und Prüfung im Feuer – *Calcinatio Suavis***
Breite den Leib aus und entziehe ihm die Feuchte nahe der Herdstatt, auf dass er hart und brüchig werde.
Führe ihn sodann ins milde Feuer und gib die Nüsse hinzu. Lass dies währen **für etwa ein Drittel einer Stunde**, bis sich ein Duft erhebt, süß und geröstet, gleich den Gaben auf dem Jahrmarkt der Städte.
**3. Die Zerteilung – *Pulvis Subtilis***
Zerstoße das noch warme Werk im Mörser, bis es feiner ist als Staub zwischen den Fingern.
Siehe, wie das Öl der Nüsse das Pulver bindet und es sich wandelt zu einer geschmeidigen Masse.
**4. Die heilige Vermählung – *Coniunctio Dulcis***
Erwärme den Honig, bis er sein wässrig Wesen verliert und klar wird wie Bernstein im Licht.
Gib ihn zur Masse. Füge das geschmolzene Schmalz hinzu, und rühre ohne Hast, bis alles eins geworden ist.
**III. Vom Stillstand der Kräfte (Fixatio)**
Gieße das Werk in Formen und übergib es der Kühle des Steins. Dort soll es ruhen, **für die Dauer mehrerer Stunden oder bis zur Nacht**, bis es fest geworden ist und seine Gestalt bewahrt.
**IV. Vom Resultat (Lapis Dulcis Minor)**
Es entsteht eine helle Tafel, deren Geschmack an gebrannten Zucker und Nüsse gemahnt, und die auf der Zunge vergeht wie ein sanfter Traum.
Ein Werk, so mild und trüglich, dass selbst die Unwissenden nicht erkennen, welche Wurzeln und Wandlungen ihm innewohnen.
Und hier das Rezept in moderner Sprache:
Zutaten
250 g Zuckerrübe (oder ersatzweise: 200 g rote Bete + 50 g Karotte für mildere Süße)
120 g Klettenwurzel (optional, siehe Hinweis unten)
100 g gekeimte Gerste (oder: 100 g Gerstenmalz / Malzflocken)
80 g Haselnüsse
50 g Bucheckern (oder ersatzweise: Walnüsse)
100 g Butterschmalz (Ghee)
2 EL Honig
Klette und Bucheckern sind in der modernen Küche etwas heikel.
Klette bekommst du im Asia-/Bioladen (als “Gobo”)
Bucheckern nur verwenden, wenn sie erhitzt wurden (roh leicht giftig!)
Für einen sicheren Test: einfach durch Walnüsse ersetzen
1. Fermentation (die “erste Gärung”)
Rübe und Klettenwurzel fein raspeln
Mit der gekeimten Gerste mischen
In ein sauberes Glas oder eine Schüssel geben, locker abdecken
24–36 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen
2. Trocknen & Rösten
Masse dünn auf ein Backblech streichen
Bei ca. 80–100 °C im Ofen trocknen, bis sie krümelig ist
Dann:
Haselnüsse + Bucheckern grob hacken
Alles zusammen bei 160–170 °C etwa 10–15 Minuten rösten
3. Mahlen
Die warme Mischung in Mixer oder Küchenmaschine geben
Fein mahlen, bis eine leicht ölige, pastige Masse entsteht
4. Vermischen
Honig leicht erwärmen (nicht kochen!)
Butterschmalz schmelzen
Beides unter die Masse rühren
5. Formen & Kühlen
In kleine Formen oder eine mit Backpapier ausgelegte Form drücken
Im Kühlschrank 2–4 Stunden fest werden lassen
Ergebnis
Keine klassische Schokolade. Eher etwas wie:
nussiger Nougat
mit malziger Tiefe
leicht karamellig
ganz subtil “erdig” durch die Wurzeln